Bewerbung für die UCI MTB-Weltcups 2021/22

Bereits im März hatte die Stadt die Bewerbung für die kommende Jahre eingereicht. Jetzt hat sich der Albstädter Gemeinderat fast geschlossen hinter die Entscheidung des Oberbürgermeisters gestellt!

Es ging ein bisschen turbulent zu in den vergangenen Wochen in Albstadt, dem deutschen Weltcup-Mekka auf der Schwäbischen Alb. Erst wurde wegen der Corona-Pandemie die für vergangenes Wochenende geplante Weltmeisterschaft verschoben, dann ganz abgesagt, und schließlich wäre fast auch noch die Weltcup-Bewerbung für die kommenden beiden Jahre in den Corona-Strudel geraten. Die Schwaben wollten den von Corona gebeutelten Stadtsäckel zusammenhalten und im März überlegten die Gemeinderäte laut, den 2019 mit der UCI ausgelaufenen Weltcup-Vertrag für die Jahre 2021 und 2022 nicht zu verlängern.

Doch bereits bei einer Gemeinderatssitzung Ende Mai hatte sich die Stimmung schon wieder weitgehend gewandelt, wohl auch, weil die Rettungsschirme des Landes Baden-Württemberg und der Bundesrepublik die erwarteten Steuerausfälle aufgrund der Corona-Pandemie und des Lockdowns aus Sicht des Stadtkämmerers wohl weitgehend ausgleichen. Der strikte Sparkurs, der das Aus für die traditionsreichen Weltcups bedeutet hätte, war damit vom Tisch: die Fraktionen signalisierten Zustimmung, wollten sich im Mai aber noch nicht ganz festlegen.

Oberbürgermeister braucht Zustimmung des Gemeinderats
Derweil hatte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann schon im März mit einer Eilentscheidung verfügt, dass die Stadt beim Weltradsportverband eine Bewerbung für die Weltcups der kommenden beiden Jahre abgeben sollte. Schließlich galt es, die von der UCI vorgegeben Bewerbungsfrist einzuhalten. Doch Konzelmann benötigte noch das (nachträgliche) Okay des Gemeinderats. Eine Onlinepetition fand über 1.500 Unterstützer und signalisierte den Stadtvätern, wie wichtig ein Mountainbike-Weltcup für den Radsportstandort Deutschland, für die deutschen Mountainbiker und auch für die Wirtschaft und das Ansehen der Stadt Albstadt sei.

In seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag, also ausgerechnet an dem Tag, an dem die erste deutsche Weltmeisterschaft nach 25 Jahren offiziell eröffnet werden sollte, gab der Gemeinderat dem Oberbürgermeister und der UCI sein Placet. Fast einstimmig votierten die Räte dafür, die Bewerbung für die Weltcups 2021 und 2022 zu bestätigen. Lediglich die FDP-Fraktion stimmte geschlossen dagegen, aber auch sie betonte, dass man grundsätzlich für Durchführung der Weltcups sei. Neben detailliertere Abrechnungen der Weltcups 2018 und 2019 und ein einheitlich aufeinander abgestimmtes Konzept erwarte die FDP die bessere Einbindung der Albstädter Eigenmarke „Bikezone“ in die Weltcup-Werbung. Unter dem Begriff „Bikezone Albstadt“ wird Albstadt als Bikedestination auf der Schwäbischen Alb beworben, mit ausgeschilderten MTB-Strecken, Veranstaltungen wie dem Weltcup und dem Marathon sowie dem Bikepark und einem breiten Serviceangebot vom Guide bis zur Gastronomie und Hotellerie.

Genau diese wirtschaftliche und touristische Bedeutung des wichtigen Bausteins „Weltcup“ im Gesamtkonzept von Albstadt war dann der Grund, dass die anderen Fraktionen für die Weltcup-Bewerbung stimmten.

Deutscher Weltcup aber noch nicht fix
Damit ist der Weltcup 2021 und 2022 in Albstadt aber noch nicht gesichert: denn letztlich entscheidet das Managementkomitee der UCI über die Vergabe. Eigentlich sollte das Komitee während der Weltmeisterschaft in Albstadt tagen, doch dieses Treffen fiel genauso flach wie die Weltmeisterschaft selbst. Insofern wird man wohl noch ein bisschen warten müssen, bis die UCI den Weltcup-Kalender 2021 veröffentlicht. Die Signale aus Aigle seien aber bislang positiv, so Jo Triller, Leiter des Amtes für Familie, Bildung, Sport und Soziales in Albstadt. Schließlich sei man sich in der Schweiz der Bedeutung eines deutschen Weltcups durchaus bewusst.

Stephan Salscheider, CEO der Event-Agentur Skyder Sportpromotion, die im Auftrag der Stadt Albstadt den Weltcup organisiert, äußerte sich positiv über den Beschluss des Gemeinderats. Der Mit-Initiator der seit 2005 ausgetragenen Mountainbike-Wettkämpfe im Albstädter Bullentäle war bei der Sitzung vor Ort: „Die überaus geschlossene Entscheidung zugunsten weiterer Weltcupveranstaltungen bedeutet für alle beteiligten Organisatoren der Stadt Albstadt und für unsere Agentur enormen Rückenwind. Darüber hinaus sehe ich die Entscheidung auch als ein enorm starkes Statement für die verschiedenen unterstützenden Vereine vor Ort. Für den MTB-Sport in der Region wäre der Zuschlag für die kommenden Events durch die UCI eine runde Sache: Der Tourismus im Zuge der städtischen Initiative „Bikezone Albstadt“ könnte davon sicherlich noch mehr profitieren als bisher.“

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